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Daniele Biffi, Sprinter: "ich bin stärker als der Wind"
Daniele Biffi, velocista: sono più forte del vento mi dico e dico sempre
 
 
Matteo Simone, Psychiologue: Ich forsche gerade über den Ansichten und Erfahrungen von Amateuren und Profis, um ein Buch für Athleten zu schreiben. Es soll Übungen und Empfehlungen für diesen Sport vermitteln. Dieses Buch soll verstehen helfen, wie man zu einer top Leistung gelangen kann. Dafür ist es wichtig, Experten sowie Sportamateure zu befragen, um ihre Erfahrungen einzubringen.
 
Hier möchte ich einen Sportbegeisterten vorstellen, der in seiner Arbeit sehr erfolgreich ist. Er ist davon überzeugt, durch Sport zum persönlichen Glück zu gelangen und dabei hat er hervorragende Leistungen erreicht. Er hat sich selbst immer weiter entwickelt, bis er selbst zum Trainer zu geworden ist. Vielen Athleten hat er geholfen, top Leistungen zu bringen und er ist ein guter Ernährungsberater geworden.

Hast du dich  Meister im Sport mindestens einen Tag in deinem oder fühlst du dich immer normaler Sportler? 
Daniele Biffi: "Meister"  in dem Sinne von "Meister" sicherlich  nicht  in Sinne eines  Athleten, der mit allen Kräften seine Ziele erreichen will, ja: Ich fühle mich als Meister immer dann, wenn ich meine Ziele  erreicht habe.

Wie hat der Sport  zu deinem Glück beigetragen und welche Faktoren haben dein Glück und deine Leistung entscheidend beeinflusst?

Daniele Biffi: Sport hat mein Glück entscheidend beeinflusst. Seit meiner Kindheit habe ich das Ziel, mich zu verbessern, immer, in allem was ich tue. Von der Leichtathletik habe ich sehr viel gelernt: Wenn du deine Ziele erreichen willst und du dich verbessern willst um das Beste von dir rauszuholen, musst du immer dein Bestens geben und dabei auf alle entscheidenden Faktoren achten, oder besser gesagt musst du an Alles achten.

Daniele ist der Meinung, dass man, um etwas erreichen zu können, sein Vorgehen exakt planen und analysieren muss, um herauszufinden, was dafür notwendig ist. Er sieht den Sport als eine Schule des Lebens: Das Training der Muskeln aber auch die geistige Auseinandersetzung dabei liefert viele nützliche Lektionen, den Alltag im Leben zu bewältigen.

Wie bist du zu deinem Sport gekommen? 

Daniele Biffi: Ich habe es immer geliebt zu laufen. Wenn ich Fußball gespielt habe, war ich immer der schnellste und derjenige, der am meisten gelaufen ist. Allerdings war ich auch wütend, wenn meine Teamkollegen müde und langsam waren, und wir deshalb nicht zu den Ergebnissen kamen, die meiner Meinung nach möglich gewesen wären. Team-Sport ist nichts für mich! So bin ich zur Leichtathletik gekommen, wo man seinen Erfolg selbst erarbeitet, aber auch selbst verantwortlich für seine Niederlagen ist. Das liebe ich.
 
Matteo: Welches sind die Schwierigkeiten deiner Disziplin? 
 
 
Daniele Biffi: Zuerst sollten wir definieren, was meine Disziplin ist. Obwohl ich die 100m oft laufe, weil ich die Strecke liebe, bin ich sicherlich kein 100m Läufer. Die 200m liebe ich sehr , aber sie sind vielleicht etwas zu kurz für mich. Es bleiben die 400 m,  die aber wiederum zu lang sind    . Ernsthaft glaube ich, dass die 400m meine Disziplin sind.
 
Welche die Schwierigkeiten für die 400m sind? Wer einmal 400 m gelaufen ist, der weiß, worüber wir reden. Es ist Liebe und Hass zugleich. Die größte Schwierigkeit ist die optimale Dosierung der Energie, um sie im Verlauf des Rennens richtig zu verteilen. Dafür braucht es auch die richtigen mentalen Einstellungen. Als ich anfing, habe ich sie gefürchtet und meine  Knie schütteln, Heute habe ich einen großen Respekt vor der "Runde des Todes" aber jetzt dominiere ich die Strecke.

Wenn man einen Sport anfängt, muss man sich selbst richtig einschätzen, in wieweit man Talent hat und wie man diesen Sport am besten praktizieren kann. Man soll sich dabei wohlfühlen und gleichzeitig versuchen Spitzenleistungen zu erreichen. Daniele  hat früh erkannt, welches die richtige Passform für ihn sein könnte. Er ist der Meinung, dass er nur von sich selbst Spitzenleistung fordern und das gleiche nicht auf andere Leute übertragen kann. So hat er weiter selbst hart trainiert und hat hervorragenden Leistungen erzielt. 

Matteo: Daniele, wie ernährst du dich vor, während und nach einem Rennen?  
 
Daniele Biffi: Es kommt darauf an, von welcher Disziplin wir sprechen, obwohl die Unterschiede gering sind. Vor einem 400m Lauf esse ich Kohlenhydrate und Obst, dann faste ich für mindestens 5 Stunden vor dem Rennen, außer zwei Bananen zwei Stunden vor der Wettkampf. Während meines Wettkampfs esse ich nichts außer einigen Fliegen  , danach trinke ich Wasser. Ich esse noch zwei Bananen und mindestens zwei Stunden später nehme ich eine Mahlzeit zu mir und zwar meistens Hülsenfrüchte.
Meine Ernährung besteht zu 50% aus Früchten, einschließlich Trockenfrüchten, dann Gemüse, darunter viele Hülsenfrüchte, und Getreide. Ich achte sehr auf gute Qualität vom essen. Ich nehme überhaupt kein Fleisch oder Fisch zu mir und vor allem keine Milch oder Milcherzeugnisse. Das halte ich seit 27 Jahren so, seitdem ich 16 Jahre alt wurde.

Matteo: Welches waren körperliche Einschränkungen oder Umweltbedingungen, die am häufigsten dazu geführt haben dass du deinen Wettkampf nicht beendet hast?  
 
Ich beendete und beende immer meinen Wettkampf. Ich bin sogar gelaufen, wenn ich eine Erkältung hatte oder auch Fieber. Es ist hart, dabei voll zu laufen, und zu erleben, dass dein Körper nicht reagiert. Das ist sehr frustrierend.

In Bezug auf das Wetter habe ich gelernt, mich nur auf meinen Lauf zu konzentrieren und die Wetterbedingungen zu ignorieren. " Ich bin stärker als der Wind", sage ich mir und das sage ich auch meinen Athleten immer. Obwohl ich das wirklich glaube, hat die Physik natürlich Einfluss und so ist dann die Realität: wenn man -6,2 m/s gegen den Wind hat, wie ich es im letzten Jahr während eines 200m-Laufs hatte, ist es wie 20 Meter zusätzlich laufen zu müssen.

Matteo: Daniele hat ein starkes Selbstwirksamkeitserwartung, er ist Selbstbewusstund und ist  überzeugt von seinen Fähigkeiten und Möglichkeiten, aber manchmal hat er mit ungünstigen Wetterbedingungen zu tun.

Matteo: Warum machst du nach so langer Zeit immer noch Sport?
 
Daniele Biffi: Ich mache Sport praktisch seitdem ich geboren bin. Ich liebe es, mir Ziele zu setzen, ich liebe die Wettkämpfe, ich liebe das Adrenalin, ich liebe die Anstrengung  beim Training, ich liebe den Geruch der Bahn, ich liebe es meine Spikes zu tragen und damit schnell zu laufen und den Wind im Gesicht zu fühlen. Wir sind geboren, um zu laufen. Unser Körperbau ist perfekt zum Laufen. Wir sind die Tiere, die am längsten  laufen können, deshalb laufe ich.

Kannst du dir vorstellen ein Leben ohne Sport? 
Daniele: Nein
 
Matteo: Wer oder was hat dir geholfen, dein Glück im Sport zu finden und deine Leistung zu erreichen?
 
Ich denke, alle meine Trainer und meine Trainingspartner haben dazu beigetragen. Ich hatte das Glück, Trainer, die selbst Weltklasse-Athleten gewesen sind, zu haben, von denen ich sehr viel lernen konnte. Ich hatte das Glück, mit Profis zu trainieren. Daraus habe ich viel gelernt und wir haben eine Menge Spaß  gehabt.

Matteo: Welcher Wettkampf war das "Rennen deines Lebens", in dem du das Beste von dir gegeben hast oder wo du die schönsten Emotionen erlebt hast?
 
Einer der Wettkämpfe, an den ich mich sehr intensiv erinnere, ist der, bei dem ich das erste Mal in 49 Sekunden, also unter 50 Sekunden gelaufen bin. Es war in der Arena in Mailand im Jahr 2000. Ich hatte noch eine Verletzung, die ich mir vier Wochen zuvor am Biceps Femoris rechts zugezogen hatte, und ich hatte immer noch leichte Schmerzen. Ich konnte aber etwa 12 Sekunden pro 100 m fast ohne Schmerzen kontrolliert laufen. Ich bin gestartet, sehr  kontrolliert, ruhig, meine Kraft hatte ich perfekt dosiert, fühlte bei jedem Schritt den Bizeps ziehen. Ich war am Limit meiner Möglichkeiten. Ich wollte unbedingt unter 50 Sekunden laufen und ich habe es geschafft: 49:89 Sekunden sagte der Zeitmesser - ich war glücklich wie ein Kind!
 
Es ist wichtig, erfolgreiche Erfahrungen im Kopf zu haben, bei denen ein "Flow" ausgelöst wurde, bei denen man sich wie in einer "Trance" erlebt hat, wo alles perfekt lief. Das hilft sehr.

Matteo: Welche Erfahrung gab dir die Sicherheit oder den Glauben, dass du dein Ziel im Sport oder im Leben erreichen kannst?

Daniele : Jedes Training ist wie ein Baustein, mit dem ich an einer Wand baue, also an meinem Ziel. Das habe ich von der Leichtathletik gelernt: "Wollen ist Können". Du machst kleine Schritte, einen nach dem anderen. Wenn du einen Wunsch hast, ein Ziel und du besitzt Durchhaltevermögen und Beharrlichkeit, kannst du erreichen, was du willst.

Matteo: Welche würdest du als deine wichtigsten Fähigkeiten, Ressourcen, Eigenschaften oder Qualitäten bezeichnen, die du besitzt?
 
Daniele: Sicher gehören meine Hartnäckigkeit, Sturheit, Pünktlichkeit und Präzision dazu, am alles was ich tue. Entweder gebe ich 100% und mache ich etwas "richtig" oder tue ich es nicht.

Matteo: Welches sind die psychologischen Mechanismen, die dir geholfen haben deine Leistungen und dein Glück zu erreichen?

Daniele : Konzentration und Visualisierung. Vor einem Rennen versuche ich, mich bestens zu konzentrieren. Ich würde sagen, dass ab diesem Moment alles automatisch abläuft. Ich fange an, mich aufzuwärmen und nach und nach bin ich immer mehr im Rennen: ich fühle es, ich denke nach, wie ich laufen will, die Zeit, meine Taktik. Ich visualisiere den Ablauf des Rennens die ganze Zeit. Das habe ich immer so gemacht. Inzwischen genügen mir nur wenige Minuten um "da" zu sein. Noch von ein paar Jahren war ich sehr nervös und angespannt. Jetzt bin ich nervös aber sehr konzentriert und trotzdem ziemlich ruhig.

Daniele weiß um die Bedeutung der mentalen Aspekte wie Konzentration, Fokus, Betrachtung und wie wichtig es ist, das Rennen im Kopf zu visualisieren.
 
Matteo: Was denken deine Familie und Freunde über deine sportlichen Aktivitäten?
Daniele : Dass ich verrückt bin!   Ernsthaft, ich glaube, sie sehen es positiv, weil es ein wichtiger Teil von mir ist. Das tut mir gut.

Matteo: Möchtest du eine spannende Episode oder ein bedeutendes Erlebnis aus deinem Sportlerleben schildern?
 
Daniele : Ein Ereignis, an das ich mich sehr gut erinnere und mit welchem ich starke Emotionen verbinde, war eine 4 x 100m - Staffel bei den italienischen Meisterschaften in Catania 2001. Es war mein erstes Mal in einer italienischen Meisterschaft - für mich ging ein Traum in Erfüllung. Wir waren eine gutes Team. Ich war der letzte Läufer, das Stadion war voll. Über 10.000 Menschen, die sich wie 100.000 anfühlten. Ich war angespannt, sehr nervös aber sehr konzentriert: Los! Der erste Läufer Fabrizio war stark gestartet, der erste Wechsel auf den zweiten Läufer Andrea war perfekt, dann der dritte Wechsel auf Max war auch gut. Der lief eine superschnelle Kurve und ich sah ihn wie eine Rakete heran schießen. Unser Wechsel war auch richtig gut. Ich fühlte mich wie ein hungriger Löwe. Links und rechts waren die anderen Athleten und ich hörte Max "Hoop" rufen, fühlte den Stab in meiner Hand. In diesem Moment hatte ich einen Adrenalinstoß und ich wollte nur laufen, schnell laufen. Ich fühlte meine Füße über die Bahn fliegen. Ich sah keinen Athleten mehr. Weder rechts noch links, niemanden mehr. Ich lief, lief diese endlosen Meter weiter, bis ICH die Ziellinie als Erster in einer großartigen Zeit (für uns) in 41:36 Sekunden erreichte. Damit erzielten wir den fünften Platz im Gesamtklassement und als erste italienische Mannschaft, die keine militärische war. Unser wunderbarer Trainer verfolgte den Lauf auf der Tribüne und sprang und schrie wie ein kleines Kind. Voller Siegesfreude trafen wir uns alle und umarmten uns, als ob wir die Olympischen Spiele gewonnen hätten: wir haben es geschafft!
Der Sport bietet unvergessliche Emotionen, berauschende Gefühle des Erfolgs, als Teil eines Teams, in einem Team, das für alle funktioniert.
 
Matteo: Was hast du über deinen Charakter herausgefunden?
Daniele : Dass ich dickköpfig bin. Wenn ich etwas will, dann tue ich alles, wirklich alles, um das Ziel zu erreichen. Und ich erreiche das Ziel und Punkt! Dass ich sehr genau bin, fast ein Pedant, dass ich sehr neugierig bin und dass ich intelligent bin. Also ich bin natürlich auch bescheiden! 
 
Daniele hat die richtige Balance und die richtige Alchimie der Genauigkeit, Gründlichkeit, Aufmerksamkeit und Leidenschaft gefunden.
 
Matteo: Wie kannst du diesen konsequenten und anspruchsvollen Sport und dein Familienleben miteinander vereinbaren?

Daniele : Sagen wir, ich laufe und treibe Sport, seit ich 17Jahre alt bin und seitdem fast täglich. Ich denke, dass ich im Jahr etwa zehn oder fünfzehn Tage pausiere. In der restlichen Zeit trainiere ich immer, manchmal mehrmals am Tag. Anstatt zu sagen, dass der Sport mein Leben verändert, würde ich sagen, dass ich mein Leben so organisiert habe, damit ich trainieren kann wie ich will, und das war schon immer so. Jetzt habe ich meine Leidenschaft zu meinem Beruf gemacht und alle drei Bereiche, nämlich Personal Trainer, Mentaltrainer und Ernährungsberater in Einklang gebracht. Also habe ich jetzt immer die richtige Entschuldigung, wenn ich zum Training gehe: Ich muss arbeiten.

Matteo: Was sind deine Gefühle vor dem Wettkampf, vor dem Rennen und nach dem Rennen?
Daniele : Es kommt auf die Rennstrecke an. Es besteht ein Unterschied zwischen einem Abendsportfest und einem Finale bei einer Weltmeisterschaft. Bei den Vorläufen bin ich sehr konzentriert. Ich konzentriere mich stark auf das Rennen, ich visualisiere viel, ich bin nervös, sehr nervös und das ist gut so. 

Matteo: Musstest du im Leben zwischen Sport und Karriere, Studium oder Arbeit wählen?
Daniele : Nein, wie ich sagte, es ist für mich genau das Gegenteil: Ich habe mein Leben so organisiert, dass ich trainieren kann, und zwar wie und wann ich will. Für mich laufen bedeutet Freiheit und Freiheit ist für mich der wichtigste Wert in meinem Leben.
Matteo: Als Ergebnis deiner Erfahrung: Welchen Rat würdest du geben, welche wichtigen Entscheidungen muss man für den Sport treffen?
Daniele : Mein Rat ist, Sport zu treiben. Wenn der Sport dir gut tut, dann weiter machen und immer hören, was dein Herz sagt."
Matteo: Bist du mit dem Problem des Dopings im Laufe deiner Karriere in Berührung gekommen?
 
Daniele : Ja, Doping gab es und ich habe Athleten kennengelernt, die gedopt waren. Einige haben mir auch verschiedene kleine Pillen angeboten, die ich immer abgelehnt habe. Ich kümmere mich sehr um meine Gesundheit. Doping ist sehr, sehr schädlich für unseren Körper. Dabei kann man sterben. Man sieht, wie stark viele Athleten beeinträchtigt sind, wenn die dann 40, 50 Jahre alt sind. Früher hatte ich ein paar Eiweißpräparate, Vitamine usw. genommen. Jetzt nichts, gar  nichts, oder besser gesagt nur viel Kaffee!  Die gesunde Ernährung ist mein Treibstoff.

Herr Biffi hält eine Diät so natürlich wie möglich, reich an Obst, Gemüse und Kohlenhydraten.

Matteo: Welche Botschaft möchtest du als Berater gegen den Einsatz von Doping übermitteln?

Daniele : Wenn man um seine Gesundheit bemüht ist, darf man keine Drogen nehmen. Drogen nehmen bedeutet, sich zu verletzen. Die Risiken sind zu viele und zu hoch. Man muss sich nur ansehen, wie krank viele, ehemals große Sportler mit 50 oder 60 Jahren sind.
 
Matteo: Gab es niemals Krisen, oder überwältigten dich keine verlorenen Rennen oder auch Verletzungen?

Daniele : Das sind drei verschiedene Dinge. Ich habe mehrere Rückschläge gehabt, als ich leider nicht gut genug war. Jeder Verlust hat mir immer neue Energie gegeben und den Wunsch, mich noch mehr zu verbessern. Verletzungen habe ich glücklicherweise sehr wenige gehabt. In der letzten Zeit bin ich gesund geblieben und ich trainiere, damit es auch so bleibt: das erste Ziel ist es, gesund zu bleiben. Egal, ob ich gewinne oder verliere, ich analysiere immer, wo ich mich noch mehr verbessern kann, wo ich gesündigt habe, wo ich Fehler gemacht habe. 

Matteo: Spielt für dich die Sportpsychologie eine wichtige Rolle?
Daniele : Absolut! Ich sage immer: man läuft mit den Beinen, aber noch wichtiger ist der Kopf. Die Differenz zwischen einem Sieger und einem Verlierer bei gleichem Talent macht der Kopf. Ich bin selbst Personal Trainer aber auch Mental Coach. Wenn ich meine Athleten trainiere, ist mein Ziel, auch den Kopf zu trainieren, um eine "Siegermentalität" zu entwickeln. Ich denke, dass eine Menge von Sport-Psychologie wichtig ist, in allen Phasen: Im Vorgriff auf das Rennen selbst, aber vor allem bei der Unterstützung, sich gut zu platzieren, um seine Ziele zu erreichen.

Matteo: Wie lautet deine Botschaft an die jungen Menschen, um sie an diesen harten, anstrengenden Sport, der auch Leiden fordert, heranzuführen?
 
Daniele : Es ist das Aufregendste überhaupt. Es ist das unbezahlbare Gefühl, den Wind im Gesicht zu spüren, während man so schnell wie möglich läuft, am absoluten Limit seiner Fähigkeiten. Es ist unbezahlbar, wenn man das Adrenalin in den Venen fühlt. Keine Droge der Welt kann dieses Adrenalin übertreffen. Die gute Sache dabei ist, dass der Sport selbst süchtig macht!  
 
Matteo: Was sind es für Träume die du verwirklicht hast oder die du noch verwirklichen willst?
 
Daniele : Ziele, die ich sportlich gesehen erreicht habe, gibt es viele und darauf ich bin stolz. Einer meiner Träume war es, die 400m in 49 Sekunden zu laufen und ich habe es geschafft. Ein großer Traum war es, Trainer zu werden, und ich jetzt bin ich es. Ein super Traum war es dann, einen Athleten des Jahrgangs M50, den ich trainiere (Roland Gröger) für einen Weltrekord vorzubereiten und das gelang im vergangenen Jahr, als er die 400m in der Halle in 52:39 Sekunden VIDEO lief. Für mich, für uns beide, war das eine überwältigende Emotion. Als Roland über die Ziellinie lief und der Zeitnehmer zeigte, dass Roland Weltrekord gelaufen ist, schrie ich und sprang wie eine Heuschrecke in dem Call-room herum, wo ich auf meinen eigenen letzten Lauf wartete. Den gewann ich dank einem Hektoliter Adrenalin in meinem Körper. Wirklich einer der intensivsten Momente in meiner Karriere. 

 


PERSONAL TRAINER IN BERLIN!  
 
 
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